Autor: Veronika Schwarz

  • 02 KuBez: Schon gewusst?

    02 KuBez: Schon gewusst?

    Kulturbezirk – Schon gewusst N°2?

    Ausschreibungen, Preise und Impulse für den Bezirk und darüber hinaus

    Open Call 2027: Dezentrale Praktiken

    Die FÜNFZIGZWANZIG lädt in Kooperation mit dem Richard-Hirschbäck-Archiv zur Einreichung künstlerischer Beiträge für das Jahresprogramm 2027 ein. Gesucht werden Projekte, die sich mit dezentralen künstlerischen Praktiken beschäftigen und neue Formen künstlerischer Produktion und Zusammenarbeit abseits urbaner Zentren erproben.

    Einreichfrist: 30. Juli 2026
    Mehr Infos: https://5020.info/open-call-2027-dezentrale-praktiken/

    Zielgruppe: Einzelkünstler*innen und Kollektive in Österreich, die außerhalb urbaner Zentren arbeiten. Unter den Einreichungen werden zudem zwei Richard-Hirschbäck-Preise à 2.000 € vergeben.

    Performing Environments! 2027


    Kunst im öffentlichen Raum Tirol sucht für 2027 Projekte zum Thema „Performing Environments!“. Gesucht werden ortsspezifische künstlerische Interventionen, Performances und Klangarbeiten, die sich mit dem Zusammenspiel von Körper, Raum, Umwelt und Öffentlichkeit beschäftigen.

    Einreichfrist: 14. August 2026
    Mehr Infos: Kunst im öffentlichen Raum Tirol

    Zielgruppe: Mitmachen können Künstler:innen, Künstler:innenkollektive, Architekt:innen und Kurator:innen aus dem EWR oder der EFTA, die im Bereich zeitgenössische Kunst arbeiten.

    St. Leopold Friedenspreis 2027

    Der St. Leopold Friedenspreis zeichnet Werke der bildenden Kunst aus, die sich mit humanen und gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen. Gesucht sind Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie und Bildhauerei zum Thema „Oder ist einer unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet?“ (Mt 7,9).

    Einreichfrist: 1. Juli bis 30. September 2026
    Preisgeld: 12.000 €

    Mehr Infos: St. Leopold Friedenspreis

    Zielgruppe: Bewerben können sich Künstler:innen der bildenden Kunst aller Nationalitäten sowie Künstler:innen-Gruppen.

    Light Art Gallery by LUMAGICA – Hofgarten Innsbruck 2026

    Für die Light Art Gallery im Hofgarten Innsbruck werden Künstler:innen gesucht, die ihre Arbeiten in einer leuchtenden Ausstellung präsentieren möchten. Gesucht sind 2D-Arbeiten (u. a. Fotografie, digitale Kunst, Illustration, Malerei) für hinterleuchtete Lightframes sowie Graffiti- und Urban Art auf 3D-Objekten.

    Einreichung: per E-Mail an info@lumagica.com

    Mehr Infos: laufende Einreichung LUMAGICA

    Zielgruppe: Einzelkünstler:innen und Kollektive aus den Bereichen bildende Kunst, Fotografie, digitale Kunst sowie Graffiti und Urban Art.

  • Der Festivalreigen im Kulturbezirk Schwaz

    Der Festivalreigen im Kulturbezirk Schwaz

    Der Festivalreigen im Kulturbezirk Schwaz

    Wenn die Tage länger werden, beginnt im Kulturbezirk Schwaz die Festivalsaison. Von Ende März bis in den November verwandeln sich die Orte rund um die Silberstadt in Bühnen für besondere Begegnungen mit Kunst und Kultur. Ein Blick in den Kulturbezirk eröffnet erlesene neue Impulse abseits der großen Kulturzentren.

    Die Bandbreite reicht vom renommierten Theaterfestival STEUDLTENN über das Kulturfestival Stummer Schrei, die Sommerkonzerte der Stadt Schwaz, das Musikfestival Woodlight und das Internationale Orgelfest bis hin zu den zeitgenössischen Klangwelten der Klangspuren, dem Jazzfestival Outreach und dem Figurenfestival. So unterschiedlich ihre Formate auch sind, verbindet sie die Lust an künstlerischer Vielfalt, neuen Perspektiven und anregenden Begegnungen mit Kunst und Kultur.

    Ob Theater, Musik, Literatur, zeitgenössische Komposition oder innovative Bühnenformen: Der Kulturbezirk Schwaz lädt dazu ein, Kultur in ihrer ganzen Bandbreite zu entdecken. Ein Festivalreigen, der zeigt, wie lebendig, überraschend und vielseitig die Kulturlandschaft der Region ist.

    ÜBERSICHT FESTIVALS

    30. März – 12. Juli Theaterfestival Steudltenn (Zillertal)

    05. Juni – 01. August Kulturfestival Stummer Schrei (Zillertal)

    08. Juli – 19. August Schwazer Sommerkonzerte

    13. Juli – 17. August Internationales Orgelfest

    30. Juli – 16. August Outreach Music Festival

    Anfang September Woodlight (Termin wird noch bekannt gegeben)

    10. Sept. – 26. Sept. Klangspuren Schwaz

    Mitte November Figurenfestival Schwaz (Termin in Planung)

  • Registerkarte 1 (T2) Museum Rablhaus

    Registerkarte 1 (T2) Museum Rablhaus

    Museum Rablhaus, Weerberg

    Zwischen Glaube, Aberglaube und Volksmedizin

    Das Rablhaus ist das einzige Museum im Alpenraum, das systematisch Alltagsreligion, Schutzrituale und alte Heilpraktiken erforscht. Die Sammlung erzählt von Sehnsüchten, Ängsten und Strategien, mit denen Menschen ihr Leben meisterten – und zeigt, wie vieles verblüffend nah an der Gegenwart bleibt.

    Adresse: Kirchgasse 17, 6133 Weerberg
    Website: www.rablhaus.at
    Öffnungszeiten: Mai-Oktober; Do–So 14.00–17.00 Uhr
    Eintritt: freiwillige Spenden

    → Klicken für das vollständige Porträt

  • 01POI Inntal, Museum Rablhaus

    01POI Inntal, Museum Rablhaus

    Museum Rablhaus

    Alltagsreligion, Volksmedizin und Kulturforschung in einem Haus mit Geschichte

    Einziges Museum im Alpenraum zu Alltagsreligion und Volksmedizin.

    Museum Rablhaus, Weerberg/ Credits: Rablhaus

    Ausstellungen

    Im Rablhaus am Weerberg treffen Alltag, Glaube und Aberglaube aufeinander – über viele Jahrhunderte hinweg. Im Zentrum stehen Alltagsreligion, Volksglaube und Volksmedizin mit einem Schwerpunkt auf dem alpinen Raum: Ob Liebeszauber, Wettersegen oder Schutzamulette – die Objekte erzählen von den Strategien der Menschen, mit denen sie ihr Leben meisterten. Religiöses und magisches Tun verschwimmt dabei oft und manchmal lassen sich verblüffende Parallelen zur Gegenwart erkennen.

    Was das Museum besonders macht, ist die Verbindung von Objekten, Geschichten und historischen Räumen. Stuben, Nischen und Hausaltäre werden zu Erzählwelten, in denen Alltag, Hoffnung und Spiritualität spürbar werden. Gleichzeitig öffnen sich immer wieder Bezüge zu anderen Kulturen, in denen ähnliche Bräuche bis heute gelebt werden.

    Geschichte und Sammlung

    Das Gebäude neben der Kirche St. Peter am Weerberg wird im Kulturkataster mit einer Entstehung um 1750 datiert. Neuere Untersuchungen deuten jedoch auf eine möglicherweise frühere Bauzeit hin. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts diente es als Mesnerhaus, danach wechselte es mehrfach den Besitzer. Ab 1995 fungierte es als Heimatmuseum mit Möbeln, Werkzeugen und Alltagsgegenständen des alpinen Lebens. Mit der Neukonzeption 2012 rückte Alltagsreligion, Volksglaube und Volksmedizin in den Mittelpunkt. Die heutige Sammlung umfasst rund 4000 Objekte – von Andachtsgegenständen und Amuletten über Devotionalien und historische Bücher bis zu Instrumenten der Volksmedizin.

    Als einziges Museum im gesamten Alpenraum, das sich systematisch mit diesen Themen beschäftigt, setzt das Rablhaus auf drei Formate gleichzeitig: Dauerausstellung, Sonderausstellungen und einer Besonderheit: dem mobilen Museum. Mit diesem Outreach-Format werden die Objekte und Geschichten nicht nur vor Ort, sondern auch in der gesamten Region erfahrbar.

    Vermittlung, Partizipation und Forschung

    Das Rablhaus arbeitet eng mit Schulen und der Bevölkerung zusammen. In partizipativen Programmen werden die Inhalte der Sammlung direkt erlebbar. Gleichzeitig betreibt die Museumsleitung eigene Forschung – darunter Biografieforschung – und untersucht die vielfältigen Sammlungsbereiche, mit besonderem Schwerpunkt auf Volksglaube und Volksmedizin. So entsteht ein lebendiger Dialog zwischen Sammlung, Forschung und Öffentlichkeit.

    Besuchsinformationen

    Adresse: Kirchgasse 17, 6133 Weerberg

    Website: https://www.rablhaus.at/

    Öffnungszeiten: Mai bis Oktober
    Do – So, 14.00 bis 17.00 Uhr

    Eintritt: freiwillige Spenden

    Führungen:
    nur  gegen Voranmeldung / € 7,00 pro Person
    +43 650 30 37 485
    info@rablhaus.at

    Es werden auch Spezialführungen zu ausgewählten Themenbereichen (Drecksapotheke, Heiligenapotheke, Sterberituale) sowie spezielle Kinder- und Schulführungen angeboten.

    Hier auf der Seite des Regionalmanagements BZ Schwaz mehr lesen zum

    Kooperationsprojekt Museum Mobil mit dem Rablhaus.

  • Künstlerartikel01_Agreiter

    Künstlerartikel01_Agreiter

    Foto: Credits @Ines Wagner

    Ein Tal, ein Mensch, ein Bildhauer

    Richard Agreiter formt kühles Metall voller Lebendigkeit

    Steinberg am Achensee. Ein Ort der Ruhe hoch oben in den Tiroler Bergen – und ein Talabschluss, der in einer steilen Felswand endet. Hier lebt der Bildhauer Richard Agreiter, einer der alten Garde, wie er selbst sagt.

    „Wer Bronze gießt, darf das Handwerk nicht scheuen.“ Und damit hat er Recht. Denn das Material, mit dem er arbeitet, liegt schwer in der Hand. Und auch das Werkzeug, mit dem man es bei rund 1000° schmilzt, braucht Körpereinsatz und Kraft. „Die Bronzearbeit fordert Einsatz und Geduld – wie ein Mensch, den man erobern will“, sagt Agreiter und lacht verschmitzt. Dann öffnet er die Türen zu seinem Atelier im Haus Gana und führt durch eine Welt voller Geschichten: Bronzefiguren, Formen und Modelle, die seine lange Künstlerlaufbahn erzählen.

    Der bescheidene Künstler erzählt von seinem Leben zwischen Südtirol und Tirol, vom Haus seiner Mutter, das nicht mehr steht, und vom Drang, sein Wissen weiterzugeben. „Ich war immer ich selbst – keine Agentur, keine Galerie, keine Zwischenhändler“, sagt er, während er uns in das letzte Zimmer führt. Rund fünfzehn Modelle einer einzigen Figur, die sich meist nur in kleinen Drehungen unterscheiden, zeigen Bewegung in statischen Momenten. Agreiter sucht nach dem perfekten Moment, in dem nicht nur das Abbild, sondern die Essenz der Figur sichtbar wird.

    „Mein Werk muss atmen“, sagt er, den Blick in die Ferne gerichtet. Er plant ein Künstlerhaus auf dem Nachbargrundstück – mit Feuerschale, hohen Wänden und Fenstern, die erst weiter oben in den Mauern sitzen. Dort sollen junge Bildhauer:innen ihr Handwerk ausüben können: „Schmelzen können sie bei mir.“ Wir gehen über die Wiese, er zeigt Pläne und Ideen. Nicht nur für die Jungen, auch für seine eigenen Kunstwerke soll das Haus Platz bieten. „Fürs Verstauben im Depot habe ich sie nicht gegossen“, grinst er, „zum Anschauen sind sie da.“

    Mit seinem geplanten Künstlerhaus möchte Richard Agreiter einen Ort schaffen, an dem junge Bildhauer:innen das alte Handwerk der Bronzekunst gemeinsam fortführen können. Die Eröffnung des Hauses wird mit Spannung erwartet.

    Skulpturen von Richard Agreiter: links Königinnen; rechts: König und Königin