Autor: Veronika Schwarz

  • Registerkarte 1 (T2) Museum Rablhaus

    Registerkarte 1 (T2) Museum Rablhaus

    Museum Rablhaus, Weerberg

    Zwischen Glaube, Aberglaube und Volksmedizin

    Das Rablhaus ist das einzige Museum im Alpenraum, das systematisch Alltagsreligion, Schutzrituale und alte Heilpraktiken erforscht. Die Sammlung erzählt von Sehnsüchten, Ängsten und Strategien, mit denen Menschen ihr Leben meisterten – und zeigt, wie vieles verblüffend nah an der Gegenwart bleibt.

    Adresse: Kirchgasse 17, 6133 Weerberg
    Website: www.rablhaus.at
    Öffnungszeiten: Mai-Oktober; Do–So 14.00–17.00 Uhr
    Eintritt: freiwillige Spenden

    → Klicken für das vollständige Porträt

  • Themenartikel01, Kulturvermittlung

    Themenartikel01, Kulturvermittlung

    Vom Zuschauen zum Mitmachen

    Warum Kulturvermittlung in ländlichen Regionen so wichtig ist

    „Kultur gibt dem Menschen Sinn“, sagt Theaterpädagoge und Regisseur Matthias Rankov. Seit 2025 ist er im Vorstand von NEKUDAK, dem Netzwerk für Kulturvermittlung in den Darstellenden Künsten. 2023, 2024 und 2025 führte er zudem den Theaterworkshop der KiKu-Tage durch – einem Pilotprojekt, das speziell für den Kulturbezirk Schwaz entwickelt wurde. Ziel des Formats KiKu-Tage ist es, Kindern auf niederschwellige Weise den Einstieg in Theater, Musik und Malerei zu ermöglichen.

    Für viele junge Menschen sind solche Angebote neu – und werden mit Begeisterung angenommen. Denn kindgerechte Kulturangebote, die nach den pädagogischen Leitprinzipien der Kulturvermittlung arbeiten, sind in ländlichen Regionen weniger selbstverständlich als in großen Ballungszentren.


    Mehr als ein Museumsbesuch

    Kulturvermittlung ist weit mehr als ein Museums- oder Theaterbesuch, der als „Kinderangebot“ gekennzeichnet ist. Es geht vielmehr darum, junge Menschen in Kontakt zu bringen: mit einem Thema, mit Kunst und Kultur – vor allem aber mit sich selbst, der Welt und ihrer eigenen Rolle darin.

    „Sich in Kunstformen auszudrücken ist eine Art, sich mitzuteilen. Nicht immer geht das am besten mit Worten. Kunst ist eine Möglichkeit, die eigene Perspektive kennenzulernen und sichtbar zu machen“, erklärt eine langjährige Leiterin einer Bildungseinrichtung.

    Kulturvermittlung fördert damit nicht nur den Ausdruck, sondern auch Teilhabe und Kompetenzen, die für die Entwicklung einer eigenen Perspektive und für das Wahrnehmen von sich selbst und anderen wichtig sind.


    Partizipation – Kultur aktiv erleben

    Für die Umsetzung sind partizipative Angebote entscheidend: Formate, in denen Kinder und Jugendliche aktiv am Prozess von Kunst und Kultur gestaltend mitwirken oder lernen, Ausstellungen und deren Themen wahrzunehmen und kritisch zu reflektieren.

    Solche Angebote erfordern oft mehr Aufwand als klassische Veranstaltungen. Kulturvermittler:innen arbeiten in kleinen Gruppen und konzentrieren sich auf Kompetenzentwicklung statt auf die Präsentation vor einer großen Anzahl von Zuschauern. Kurzum: Aktives Tun steht hier dem passiven Zuschauen gegenüber.

    Gerade in ländlichen Regionen, wo Infrastruktur und Ressourcen begrenzt sind, ist es verständlich, dass solche Initiativen punktuell statt kontinuierlich angeboten werden. „Die Schule ist oft der einzige Ort, wo Kinder mit Kultur in Berührung kommen“, sagt eine Direktorin im Kulturbezirk Schwaz. Hier anzusetzen ist ein wichtiger Hebel.


    Pilotprojekte im Kulturbezirk Schwaz

    Die Modellregion Kulturbezirk Schwaz hat neben den KiKu-Tagen ein zweites Pilotprojekt ins Leben gerufen: Museum Mobil. Ziel ist die Vernetzung von Schulen und Bezirksmuseen. Mit mobilen Konzepten kommen die Museen direkt in die Schulen oder laden Kinder für spezielle Kulturvermittlungsangebote in ihre Häuser ein.

    Nach einem Pilotprojekt mit dem Museum Rablhaus – drei Workshops an drei Schulen im Bezirk – soll die Initiative nun gemeinsam mit den KUSS-Häusern der Stadt Schwaz weiter ausgebaut werden. Denn auch hier gibt es starke Konzepte und Vermittlungsideen.


    Kulturbezirk Schwaz: Kultur für Kinder stärker vernetzen

    Im Kulturbezirk Schwaz engagieren sich zahlreiche Menschen – ehrenamtlich wie professionell – im Bereich Kultur. In der Kulturvermittlung kommen Museumskoffer, mobile Museumswägen und andere Outreach-Formate ebenso zum Einsatz wie hauseigene Programme für unterschiedliche Altersgruppen.

    Ein längerfristiges Ziel ist es, die Sichtbarkeit dieser Initiativen zu erhöhen und die Vernetzung zu stärken. So soll möglichst vielen Kindern die aktive Teilhabe an Kunst und Kultur ermöglicht und Kultur damit zu einem festen Bestandteil ihres Alltags werden.


    Wenn du mehr über Kulturvermittlung lesen möchtest:

    Kulturvermittlung in den Darstellenden Künsten NEKUDAK

    Kulturvermittlung Bildnerische Künste

    KiKu-Tage 2025 (TT-Artikel)

    Museum Mobil: Pilotprojekt mit dem Rablmuseum

  • 01POI Inntal, Museum Rablhaus

    01POI Inntal, Museum Rablhaus

    Museum Rablhaus

    Alltagsreligion, Volksmedizin und Kulturforschung in einem Haus mit Geschichte

    Einziges Museum im Alpenraum zu Alltagsreligion und Volksmedizin.

    Museum Rablhaus, Weerberg/ Credits: Rablhaus

    Ausstellungen

    Im Rablhaus am Weerberg treffen Alltag, Glaube und Aberglaube aufeinander – über viele Jahrhunderte hinweg. Im Zentrum stehen Alltagsreligion, Volksglaube und Volksmedizin mit einem Schwerpunkt auf dem alpinen Raum: Ob Liebeszauber, Wettersegen oder Schutzamulette – die Objekte erzählen von den Strategien der Menschen, mit denen sie ihr Leben meisterten. Religiöses und magisches Tun verschwimmt dabei oft und manchmal lassen sich verblüffende Parallelen zur Gegenwart erkennen.

    Was das Museum besonders macht, ist die Verbindung von Objekten, Geschichten und historischen Räumen. Stuben, Nischen und Hausaltäre werden zu Erzählwelten, in denen Alltag, Hoffnung und Spiritualität spürbar werden. Gleichzeitig öffnen sich immer wieder Bezüge zu anderen Kulturen, in denen ähnliche Bräuche bis heute gelebt werden.

    Geschichte und Sammlung

    Das Gebäude neben der Kirche St. Peter am Weerberg wurde ca. 1700 erbaut und diente bis Mitte des 19. Jahrhunderts als Messnerhaus. Danach wechselte es mehrfach den Besitzer. Ab 1995 fungierte es als Heimatmuseum mit Möbeln, Werkzeugen und Alltagsgegenständen des alpinen Lebens. Mit der Neukonzeption 2012 rückte Alltagsreligion, Volksglaube und Volksmedizin in den Mittelpunkt. Die heutige Sammlung umfasst rund 4000 Objekte – von Andachtsgegenständen und Amuletten über Devotionalien und historische Bücher bis zu Instrumenten der Volksmedizin.

    Als einziges Museum im gesamten Alpenraum, das sich systematisch mit diesen Themen beschäftigt, setzt das Rablhaus auf drei Formate gleichzeitig: Dauerausstellung, Sonderausstellungen und einer Besonderheit: dem mobilen Museum. Mit diesem Outgoing-Format werden die Objekte und Geschichten nicht nur vor Ort, sondern auch in der gesamten Region erfahrbar.

    Vermittlung, Partizipation und Forschung

    Das Rablhaus arbeitet eng mit Schulen und der Bevölkerung zusammen. In partizipativen Programmen werden die Inhalte der Sammlung direkt erlebbar. Gleichzeitig betreibt die Museumsleitung eigene Forschung – darunter Biografieforschung – und untersucht die vielfältigen Sammlungsbereiche, mit besonderem Schwerpunkt auf Volksglaube und Volksmedizin. So entsteht ein lebendiger Dialog zwischen Sammlung, Forschung und Öffentlichkeit.

    Besuchsinformationen

    Adresse: Kirchgasse 17, 6133 Weerberg

    Website: https://www.rablhaus.at/

    Öffnungszeiten: Mai bis Oktober
    Do – So, 14.00 bis 17.00 Uhr

    Eintritt: freiwillige Spenden

    Führungen:
    nur  gegen Voranmeldung / € 7,00 pro Person
    +43 650 30 37 485
    info@rablhaus.at

    Es werden auch Spezialführungen zu ausgewählten Themenbereichen (Drecksapotheke, Heiligenapotheke, Sterberituale) sowie spezielle Kinder- und Schulführungen angeboten.

    Hier auf der Seite des Regionalmanagements BZ Schwaz mehr lesen zum

    Kooperationsprojekt Museum Mobil mit dem Rablhaus.

  • Künstlerartikel01_Agreiter

    Künstlerartikel01_Agreiter

    Foto: Credits @Ines Wagner

    Ein Tal, ein Mensch, ein Bildhauer

    Richard Agreiter formt kühles Metall voller Lebendigkeit

    Steinberg am Achensee. Ein Ort der Ruhe hoch oben in den Tiroler Bergen – und ein Talabschluss, der in einer steilen Felswand endet. Hier lebt der Bildhauer Richard Agreiter, einer der alten Garde, wie er selbst sagt.

    „Wer Bronze gießt, darf das Handwerk nicht scheuen.“ Und damit hat er Recht. Denn das Material, mit dem er arbeitet, liegt schwer in der Hand. Und auch das Werkzeug, mit dem man es bei rund 1000° schmilzt, braucht Körpereinsatz und Kraft. „Die Bronzearbeit fordert Einsatz und Geduld – wie ein Mensch, den man erobern will“, sagt Agreiter und lacht verschmitzt. Dann öffnet er die Türen zu seinem Atelier im Haus Gana und führt durch eine Welt voller Geschichten: Bronzefiguren, Formen und Modelle, die seine lange Künstlerlaufbahn erzählen.

    Der bescheidene Künstler erzählt von seinem Leben zwischen Südtirol und Tirol, vom Haus seiner Mutter, das nicht mehr steht, und vom Drang, sein Wissen weiterzugeben. „Ich war immer ich selbst – keine Agentur, keine Galerie, keine Zwischenhändler“, sagt er, während er uns in das letzte Zimmer führt. Rund fünfzehn Modelle einer einzigen Figur, die sich meist nur in kleinen Drehungen unterscheiden, zeigen Bewegung in statischen Momenten. Agreiter sucht nach dem perfekten Moment, in dem nicht nur das Abbild, sondern die Essenz der Figur sichtbar wird.

    „Mein Werk muss atmen“, sagt er, den Blick in die Ferne gerichtet. Er plant ein Künstlerhaus auf dem Nachbargrundstück – mit Feuerschale, hohen Wänden und Fenstern, die erst weiter oben in den Mauern sitzen. Dort sollen junge Bildhauer:innen ihr Handwerk ausüben können: „Schmelzen können sie bei mir.“ Wir gehen über die Wiese, er zeigt Pläne und Ideen. Nicht nur für die Jungen, auch für seine eigenen Kunstwerke soll das Haus Platz bieten. „Fürs Verstauben im Depot habe ich sie nicht gegossen“, grinst er, „zum Anschauen sind sie da.“

    Mit seinem geplanten Künstlerhaus möchte Richard Agreiter einen Ort schaffen, an dem junge Bildhauer:innen das alte Handwerk der Bronzekunst gemeinsam fortführen können. Die Eröffnung des Hauses wird mit Spannung erwartet.

    Skulpturen von Richard Agreiter: links Königinnen; rechts: König und Königin

  • 01 KuBez: Schon gewusst?

    01 KuBez: Schon gewusst?

    Kulturbezirk Schwaz: Schon gewusst?

    Ausschreibungen, Preise und Impulse für den Bezirk und darüber hinaus

    Auszeichnung für Gemeinden mit Sinn für Kultur.

    Wie wichtig Kultur für das Zusammenleben in der Gemeinde ist, weiß auch das Land Tirol. Daher wird die kulturfreundlichste Gemeinde Tirols mit 5.000 EUR ausgezeichnet.

    Jetzt als Gemeinde mitmachen! Einreichungen möglich bis zum 15. Februar 2026.

    Weitere Informationen

    Auszeichnung für ein gemeinsames Projekt aus Kultur und Wirtschaft

    Als Wirtschaftsunternehmen Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen – mit der Ausschreibung Ruptur.Kreativ.Wettbewerb. Hier matchen Kulturschaffende und Künstler:innen mit einem lokalen Wirtschaftsunternehmen, um gemeinsam ein Kunstprojekt zu realisieren.

    Jetzt als Kunst- und Kulturschaffender mitmachen! Einreichungen möglich bis Ende April 2026.

    Mehr zum Ruptur.Kreativ.Wettbewerb

    Das INFOGESPRÄCH im Kulturbezirk findet in der KUSS-Stadt Schwaz statt:
    WANN/WO: 26.02.2026 (17:00-19:00)/ Mathoihaus Schwaz

    Mehr zum Infogespräch

    Artist in Residency – Zwei Plätze für Tiroler Künstler:innen

    Bereits seit 5 Jahren zeigt das experimentelle und interdisziplinäre Kunstfestival medienfrische, wie Kunst abgelegene Orte und heimische Bevölkerung zusammenbringt und belebt. Ein gelungenes Festival auf 1.400 Höhenmeter! Für Tiroler Künstler:innen sind 2026 zwei Plätze reserviert!

    Jetzt für eine Residency bewerben! Einreichungen möglich bis 22.02.2026

    Weitere Informationen

  • Kulturbezirk Schwaz: Aufgepasst!

    Kulturbezirk Schwaz: Aufgepasst!

    Kulturbezirk Schwaz: Aufgepasst!

    2026 beginnt mit frischen Meldungen für alle Kulturbegeisterten und Kulturschaffenden im Bezirk und darüber hinaus

    Neubesetzung Museum der Völker

    Bianca Ober übernimmt die Leitung des Museums mit Sammlungen außereuropäischer Kulturen von Lisa Noggler-Gürtler (Leitung MdV 2017- 2025). Noggler-Gürtlers Expertise bleibt dem Haus erhalten: Sie wird beratend zur Verfügung stehen.

    Neubesetzung Kunstraum Schwaz

    Karin Pernegger startet 2026 als neue Leitung des Ausstellungsforum für zeitgenössische Kunst der Stadt Schwaz. Damit knüpft sie an ihre frühere Tätigkeit in Schwaz an: Von 2005 bis 2010 leitete sie die Galerie der Stadt Schwaz, wie der Kunstraum damals hieß.

    Susanne Liner: Ausstellung Das Rauschen unter meiner Haut

    Die Schwazer Künstlerin Susanne Liner zeigt mit Das Rauschen unter meiner Haut die erste Sonderausstellung des MdVs (Kuriert v. Noggler-Gürtler). Sie fragt mit ihrer uneingeschränkten Offenheit, wie der Blick auf das Sein einer Frau gelingen kann.

    Ausverkaufte Vorstellung nach 5 Tagen im Theater im Lendbräukeller

    Beate Palfrader spielt im Theaterklassiker Der Besuch der alten Dame – Besetzung und Regie (Markus Plattner) versprechen einen bemerkenswerten Abend. Auf Zusatzvorstellungen darf man hoffen!

    KUSS-Häuser und Regionalmanagement arbeiten an Kulturvermittlungskonzept

    Den Bereich „Museum für junge Menschen“ zu öffnen, ist die zentrale Aufgabe guter Vermittlung. Die KUSS-Häuser und die Bezirksmuseen entwickeln dafür mobile Konzepte sowie spezielle Programme vor Ort. Als Pilotprojekt konnte das Regio BZ Schwaz bereits 2025 erfolgreich Schulen und Museen zusammenbringen. Dieses erfolgreiche Modell soll nun gemeinsam weitergeführt werden.

    Museum Mobile als Pilotprojekt

    mit dem Rablmuseum Weerberg

    Lesen sie hier mehr zum Thema über die Bedeutung der Kulturvermittlung für junge Menschen.

    Theaterfestival Steudltenn in Vorbereitungen für den Festivalstart 2026

    In Uderns im Zillertal arbeiten Bernadette Abendstein und das Team des Steudltenn an einem abwechslungsreichen Programm für das Theaterfestival Steudltenn 2026. Auch die Jugendschiene des Steudltenn – U21 – probt bereits unter professioneller Leitung.

    Stummer Schrei präsentiert Festivalprogramm 2026

    Ebenfalls im Zillertal präsentiert das Festival Stummer Schrei sein Programm. Als Hauptstück steht „Der Revisor“ (Regie: Martin Leutgeb) auf dem Spielplan, ergänzt durch Kabarett, Angebote für junge Menschen und weitere Formate. Bei der Pressekonferenz zu Stummer Schrei 2026 zeigten sich Festivalleiterin Gabi Schiestl und Obmann Hannes Kerschdorfer erfreut.